"Die Pflege der Umwelt ist ein Symbol unserer Pflichten zueinander; sie zu schützen, ist die Verantwortung aller Menschen füreinander, unabhängig von ihrer Kultur oder Religion."

Larsa Imad, Koordinatorin des Jugendnetzwerks der Jiyan Foundation for Human Rights

Zukunftsinvestition in unseren Planeten durch zivilgesellschaftliche Initiativen des Jugendnetzwerkes für Frieden und Dialog

Autorin: Larsa Imad, Koordinatorin des Jugendnetzwerks der Jiyan Stiftung für Menschenrechte

Eine gesunde Umwelt ist eine der wichtigsten Säulen, damit sich die Menschen wohl und in ihre Gemeinschaft eingebettet fühlen. Sie zu vernachlässigen ist nicht zulässig. Die Pflege der Umwelt ist ein Symbol für unsere Pflichten zueinander; sie zu schützen ist die Verantwortung aller Menschen füreinander, unabhängig von ihrer Kultur oder Religion.

Jesiden, Shabak, Christen, Muslime und Kaka’ie sind nur einige der religiösen Gruppen, die im Jugendnetzwerk für Frieden und Dialog vertreten sind. Dieses Programm bringt Jugendliche aus dem gesamten Irak zusammen, um die Entwicklung starker zivilgesellschaftlicher Initiativen zu fördern und das friedliche Zusammenleben zu unterstützen.

Jahrzehntelang waren Misstrauen und Konflikte zwischen den verschiedenen Gemeinschaften im Nordirak das Kennzeichen der Region. Die Jiyan Stiftung für Menschenrechte hat sich mit ihren verschiedenen Programmen in einer Vielzahl von Initiativen engagiert, die Plattformen für den Dialog zwischen den Gemeinschaften und praktische Lösungen für lokale Probleme bieten.

Zu Beginn dieses Jahres baten wir unsere Mitglieder, miteinander zu diskutieren, auf welche Themen sie sich konzentrieren wollten. Zu unserer Überraschung entschieden sich die Mitglieder des Jugendnetzwerks mit überwältigender Mehrheit für die Umwelt als ihre oberste Priorität.

„Die größte Verantwortung für die Erhaltung der Umwelt liegt bei uns als Individuen, um ihre Ressourcen für zukünftige Generationen zu bewahren“, sagte ein Teilnehmer.

Seit Februar setzen sich die Mitglieder des Jugendnetzwerks aktiv für umweltfreundliche und grüne Initiativen in der gesamten Region ein. Die Kampagne begann mit einer Aufklärungsaktion für Ladenbesitzer und Kunden in Duhok, Alqosh, Zakho und Bozan über die schädlichen Auswirkungen von Nylontüten. Die Mitglieder stellten alternative, nachhaltige Papiertüten zur Verfügung und informierten darüber, wie sie am besten für ihre Gemeinschaft sorgen können.

Gemeinsam stellten die Mitglieder des Jugendnetzwerks fest, dass in vielen ihrer Heimatstädte Schatten und Grünflächen benötigt werden. In diesem Jahr pflanzten sie bisher 40 Bäume in der Nähe der Zargata-Brücke in Sulaymaniyah, einer multiethnischen Stadt im Norden, und 40 weitere am Eingang des Sinuni-Viertels in Sinjar, einer Stadt in der Region Ninive und die traditionelle Heimat des jesidischen Volkes. Zusammen mit den Parkverwaltungen der Städte wird sich das Jugendnetzwerk um diese Pflanzen kümmern, bis sie kräftig genug sind, um selbst zu überleben.

Anlässlich des Erdtages wirbt das Jugendnetzwerk für Frieden und Dialog der Jiyan Stiftung mit seinen kooperativen Klimaprojekten für das Zusammenleben in der Region und motiviert andere, sich unserem gemeinsamen Ziel anzuschließen, eine umweltfreundliche und gesunde Umgebung für alle zu schaffen.

Freiwillige Helfer des Jugendnetzwerks für Frieden und Dialog pflanzten 40 Jungbäume in der Nähe der Zargata-Brücke in Sulaymaniyah.
Das Jugendnetzwerk für Frieden und Dialog entschied sich für #InvestInOurPlanet, indem es umweltfreundliche Papiertüten und Aufklärungsposter in vielen Geschäften und an öffentlichen Plätzen in Duhok, Alqosh, Zakho, Bozan und Sulaymaniyah verteilte.

Über das Jugendnetzwerk für Frieden und Dialog:

Das Jugendnetzwerk für Frieden und Dialog ist ein gemeinsames Projekt der Jiyan Stiftung für Menschenrechte und der Stiftung Wings of Hope Deutschland. Es wurde im November 2018 gegründet. Das Jugendnetzwerk bietet jungen Aktivisten in der Region Kurdistan und im Irak praktische Unterstützung für zivilgesellschaftliche Projekte, die das Zusammenleben und die Zusammenarbeit in der Region fördern. Jedes Jahr nimmt das Jugendnetzwerk gleichermaßen weibliche und männliche Teilnehmer aus verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen auf, um zivilgesellschaftliche Initiativen, Workshops und Gemeinschaftsveranstaltungen durchzuführen. Das Projekt wird von MISEREOR und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) finanziert.